Da geht nichts mehr! - oder doch?
Neu Deuten - anders handeln - Systemisch-lösungsorientierter Ansatz für schwierige Situationen im pädagogischen Alltag
Termin: 13.10.2017 15:00 Uhr bis 14.10.2017 16:00 Uhr
Ort: Blindeninstitut, 97076 Würzburg

Das Seminar ist ausgebucht

Wenn bisher erfolgreiche Strategien der Konfliktbearbeitung ins Leere laufen, lohnt es, etwas Neues auszuprobieren. Hier unterstützen systemisch-lösungsfokussierte Herangehensweisen, indem sie Ressourcen und Stärken der Beteiligten in den Blick nehmen, sich konsequent auf Lösungsoptionen konzentrieren und so neue Perspektiven eröffnen. Dies beinhaltet, einen oftmals faszinierenden und verblüffenden Weg zu beschreiten, Wahrgenommenes in einen neuen, bis dato unbekannten „Rahmen“ zu stellen, den Dingen andere und überraschende Bedeutungen zuzuschreiben und so neue und ungewöhnliche Lösungen zu finden.

Die Erfahrung zeigt, dass ungewohnte, auf den ersten Blick vielleicht irritierende Sichtweisen dazu beitragen können, festgefahrene Interaktionsmuster zu verändern und auf dieser Basis alternative Lösungswege für Probleme und Situationen im pädagogischen Alltag zu ermöglichen. Das dieser Methode innewohnende Potenzial liegt darin, dass auf diese Weise ein wertschätzendes Miteinander gefördert wird, welches zur Deeskalation angespannter Situationen beiträgt und in vielen Fällen spürbare und weitreichende Veränderungen in Gang gesetzt werden können.

Im Seminar werden „vertraute“, häufig wiederkehrende Situationen des pädagogischen und sozialarbeiterischen Alltags bearbeitet wie beispielsweise:

  • Schülerinnen und Schüler, die häufig zu spät kommen, ihre Hausaufgaben nicht machen, während des Unterrichts schlafen, aufstehen, herumlaufen, mit anderen reden, stören, sich Regeln widersetzen, sich respektlos verhalten, nicht erreichbar scheinen,
  • Teilnehmende an berufsvorbereitenden Maßnahmen, die unregelmäßig in der Werkstatt erscheinen, die Arbeit nachlässig, nicht vollständig oder gar nicht erledigen, die Schwierigkeiten mit ihren Kollegen oder ihrem Chef haben, die immer wieder die Maßnahme wechseln,
  • Eltern, die sich über Lehrkräfte, den Unterricht oder andere Schülerinnen und Schüler beschweren, die ihre Kinder "vernachlässigen", sich nicht kümmern, die nur schwer für Besprechungen zu gewinnen sind, schnell aggressiv werden, ihre Kinder „überbehüten“ oder gegen alle Welt verteidigen,
  • Kolleginnen und Kollegen, die sich an neuen Entwicklungen nicht beteiligen wollen, die wenig Flexibilität zeigen, die sich gemeinsamen Handlungszielen entziehen, sich nicht an Vereinbarungen halten.

Kennzeichnend für diese Art von Problemlagen ist, dass sie sich oft als überaus resistent erweisen gegenüber üblicherweise gewählten Handlungsstrategien und auf die Dauer als verfahren, ohne Ausweg und unlösbar erscheinen.

Theoretische Basis für die Suche nach neuen Lösungsansätzen sind systemisch-lösungsfokussierte Methoden sowie eine auf Ressourcen setzende Sichtweise und Haltung. Dies bedeutet in der praktischen Anwendung

  • in eine kooperative Haltung mit den positiven Anteilen eines Problems zu gehen, anstatt es zu bekämpfen,
  • die Perspektive einzunehmen und anzuerkennen, dass jedes Verhalten - und mag es noch so merkwürdig erscheinen - für den Handelnden Sinn macht und durchaus auch positive Absichten birgt und verfolgt,
  • neue Deutungen (Reframing) mit Blick auf das problematische/störende Verhalten zu entwickeln und zuzulassen und die eigene Wahrnehmung zu überdenken, zu erweitern,
  • "detektivisch" nach vorhandenen Ressourcen im System zu suchen und als Möglichkeit für alternative Lösungswege zu nutzen,
  • auf Basis veränderter Perspektiven und Sichtweisen die Möglichkeiten für alternative Lösungswege zu vervielfältigen.

Seminarstruktur

  • Einführung in Haltung und Methoden systemisch-lösungsfokussierter Interventionen, Suche nach positiven Motiven, Funktionen, Bedürfnissen, Fähigkeiten, neue Deutungen kommunizieren, Ausnahmen erkunden.
  • Fallbearbeitung und Entwicklung von Lösungsideen.
  • Training: Vertiefen und Üben der Methode anhand eigener Praxisfälle.

Das Seminar ermöglicht, in vertrauensvoller Atmosphäre eigene Praxisbeispiele zu bearbeiten. Die Bereitschaft, sich herausfordern zu lassen, neue Perspektiven im Blick auf die Problemsituation in Betracht zu ziehen, ist ein wesentliches Element des Trainingsseminars.

Adressaten:
Lehrerinnen und Lehrer, Sozialpädagoginnen und -pädagogen, Sozialarbeiterinnen und -arbeiter, pädagogische Fachkräfte der Jugendsozialarbeit und anderer Einrichtungen

Referenten:
Detlef Beck und Team fairaend, Köln

Termin:
Freitag, 13.10.2017, 15:00 Uhr bis Samstag, 14.10.2017, 16:00 Uhr

Ort:
Blindeninstitut, Ohmstraße 7, 97076 Würzburg

Kosten:
150 Euro
120 Euro für Mitglieder im vds

Veranstaltungsnummer: 17.2-3552

Anmeldeschluss 3.10.2017

Hinweise:
Im Tagungspreis sind die Seminarmaterialien und Tagungsgetränke enthalten.