Autismus verstehen und Schüler mit Autismus unterrichten
Wie Pädagogen mit ihrer eigenen Theory of Mind das Gefängnis der Ich-Weltler entschlüsseln und in fünf Schritten eine Förderdiagnostik entwickeln
Termin: 25.06.2016 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Ort: Kirchbergschule, 64625 Bensheim

Schüler mit einer Störung aus dem Autismusspektrum werden an allen Schulformen unterrichtet. Die Erscheinungsformen sind sehr unterschiedlich, so dass sie für Laien oft nicht verständlich und der Förderung nur schwer zugänglich sind.

Insbesondere die den Menschen mit Autismusspektrumsstörung eigene ‚Theory of Mind‘, die oft schwach ausgeprägte Disposition, Gefühle, Erwartungen, Bedürfnisse, Absichten und Motive anderer zu erkennen, erscheint unerfahrenen Lehrkräften schwer zu entschlüsseln.

Es gibt nur wenige Hinweise und Hilfen zum Unterrichten von Schülern mit einer Autismusspektrumstörung. Versuche, Erfahrungen aus der Therapie direkt auf die Schulsituation zu übertragen, erweisen sich zumeist als ungeeignet.

Zielsetzung des Angebots:
Das Behinderungsbild Autismus soll fassbar werden, indem die Teilnehmer die Möglichkeit erhalten, sich in die Grundproblematik einzufühlen.

Die zum Teil widersprüchlichen Symptome sollen im Rahmen einer Arbeitshypothese verständlich werden, die die Symptome sinnvoll erklärt und die Basis für eine individuelle Pädagogik legt.

Teilaspekte

  • Fakten zum Behinderungsbild (Charakteristika, Erscheinungsbild)
  • Diagnosehilfen
  • Tipps und Tricks (Best-Practice-Beispiele für den Unterricht)
  • Rechtliche Aspekte
  • Nachteilsausgleich
  • Integrationshelfer
  • Outing

Konzeption des Seminars und geplante Arbeitsweisen:
Im Mittelpunkt des Seminars steht die besondere Situation vieler Lehrer, die oft geprägt ist von

  • fehlender sonderpädagogischer Ausbildung,
  • wenig oder keiner Erfahrung im Umgang mit Autisten,
  • wenigen Stunden in meist nur einem Unterrichtsfach,
  • heterogenen Lerngruppen mit vielfältigen Formen von Behinderung,
  • fehlenden unterstützenden Netzwerken.

Diese Situation bedingt, dass viele Handlungsempfehlungen von Therapeuten nicht greifen, vor allem weil in der Schule allzu oft nicht die Zuwendung zum Einzelnen, sondern der Unterricht für die gesamte Gruppe im Mittelpunkt steht.

Das Seminar enthält Vortragsblöcke, ein Planspiel, Erfahrungsaustausch, Kennenlernen von Best-Practice-Beispielen und thematisiert Grenzen der Inklusion.

Adressaten:
Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen, Erzieher, Schulbegleiter/Integrationshelfer, sonstige Interessierte

Referent:
Michael Dohmen, Fachberater für Autismus, Sonderpädagoge mit dem Schwerpunkt Soziale und Emotionale Entwicklung.

Termin:
Samstag, 15.6.2016, 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Meldeschluss: 20.06.2016

Ort:
Kirchbergschule
Darmstädter Straße 45, 64625 Bensheim

Kosten:
120 Euro
  90 Euro für Mitglieder im vds
  90 Euro für Studenten und LAA
  70 Euro für Studenten und LAA als Mitglieder im vds

Veranstaltungsnummer: 16.1-3442

Hinweis:
Im Seminarpreis sind ein ausführliches Handout und alle Tagungsgetränke enthalten.